Stress

                  

Stress…ein Phänomen unserer Zeit, dabei ist Stress im Grunde genommen nichts anderes, als eine Reaktion unseres Körpers. In seiner ursprünglichen, evolutionären Form hatte er die Funktion, den Menschen vor Gefahr für Leib und Leben zu schützen. Es handelt sich um einen tief verankerten Verteidigungsmechanismus. Bei Gefahr mobilisiert der Körper binnen Sekunden Energiereserven für eine sofortige Muskelleistung. Die Hormone Adrenalin und Cortisol bringen den Körper augenblicklich auf Hochtouren: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an. Dieses genetisch verankerte Programm stimmt uns auf Kampf oder Flucht ein. Diese Vorgänge unterliegen allerdings nicht unserem Willen oder unserem Verstand und das hat seinen guten Grund: hätte der Steinzeitmensch jedes Mal überlegen und entscheiden müssen, ob er überhaupt kämpfen oder fliehen soll, wäre er ausgestorben. In einer Gefahrensituation, in denen der ganze Organismus auf körperliche Leistungsbereitschaft eingestellt werden muss, ist es also sinnvoll, diejenigen Organe zu dämpfen, die unnötige Energie benötigen um sie jenen Organen zur Verfügung zu stellen, die wir für die Flucht oder den Angriff brauchen.

Stressfaktoren sind allgegenwärtig und unvermeidbar… Lärm, Reizüberflutung, überzogener Ehrgeiz und Perfektionismus… wenn der Körper in einer dauernden „Alarmbereitschaft“ verharrt, brennt er aus und wird krank. Chronischer Stress kann auch ernsthafte körperliche Erkrankungen auslösen.

Typische Beispiele für körperliche Erkrankungen, die durch Stress mitverursacht sind:

  • Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt
  • Magen- und Darmprobleme wie Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre oder Zwölffinderdarmgeschwüre
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen
  • erhöhte Infektanfälligkeit durch ein geschwächtes Immunsystem (Abwehrschwäche)
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen
  • Viruserkrankungen, wie Lippenherpes
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis sowie Allergien oder Asthma können durch Stress verstärkt werden

Dauerhafter und belastend erlebter Stress löst aber nicht nur körperliche Erkrankungen aus, sondern schadet auch der Seele. Beispiele für psychische Erkrankungen durch Stress oder durch Stress begünstigte Erkrankungen sind:

  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Burnout
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Tinnitus